Jeder muss selber seine eigene Religiosität finden

Im Internet wurde behauptet, ich sei Vizepräsident einer religiösen, umstrittenen Organisation oder gar deren Präsident oder ein hohes Tier darin. Dies ist eine komplett falsche Information, ich war weder Vizepräsident noch je überhaupt Mitarbeiter. Wer es seit Gründung wirklich war und heute ist, findet man im öffentlichen Handelsregister des Kantons Zürich.

Wie es im Web so ist, wurde der Artikel auszugsweise und oft noch falsch kopiert und praktisch immer fehlt das Datum und so könnte man bei ungenauer Recherche meinen, das sei neueren Datums obwohl es mehr als 22 Jahre her ist.

Meine religiöse Überzeugung:

– Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Spiritualität
– Jeder Mensch muss seinen Weg zur Spiritualität selber finden (wenn er denn eine Solche überhaupt anstrebt)
– Jeder Mensch soll bezüglich seiner Spiritualität in Ruhe gelassen werden UND er soll demzufolge auch Andere damit in Ruhe lassen!
– Sehr viel Leid ist geschehen und geschieht noch immer, weil diese einfachen Regeln nicht beachtet werden. Mir ist unverständlich, dass das von den Menschen nicht begriffen und respektiert wird (manchmal auch hierzulande)

Und ich? Ich glaube, es gibt irgendwie einen Gott, dies eher im neutestamentlichen Sinne. Um dies zu glauben, brauche ich keine Organisation.

Im Übrigen verweise ich ausdrücklich auf mein Recht auf eine Privatsphäre (Art. 18 BV) und das Persönlichkeitsrecht (Art. 28 ZGB). Ich habe nie eine Einwilligung erteilt, religiöse Aspekte über mich zu publizieren oder weiter zu verbreiten. Sämtliche diesbezüglichen Angaben zu meiner Person sind auf dem Internet widerrechtlich erfolgt. Nach rund 20 Jahren bin ich nicht mehr bereit, dies weiter zu tolerieren.

Interview Reto Gfeller – Teil 2

Zu welcher Art Reiten gehört dein Reitstil?

Mein Stil lässt sich schwer einreihen und es war nie mein Ziel, einen bestimmten Stil zu reiten. Wenn schon, würde ich sagen: Sicheres, entspanntes Reiten mit Leistungsfähigkeit. Ich bin schon von Zürich nach Dünnkirchen am Kanal zu England geritten innert drei Wochen.

Mit beiden Punkten liegt es heute oft im Argen. Viele Reiter sind unsicher, die Pferde verängstigt oder aber „frech“ (verzogen). Viele Reiter haben echt keine Ahnung, was ein gesundes, trainiertes Pferd leisten kann.

Wie bist auf das Reiten ohne Zaum gekommen?

Da gibt es einen exakten Anlass. Es gibt viele griechische Marmorstatuen von Pferd/Reiter im Kampfe. Am Sattel ist jede Schnalle abgebildet. Aber es gibt keinen Zaum. Dafür hat der Kämpfer in jeder Hand ein Objekt, z.B. Schwert und Schild. Historiker kommentierten, man habe wohl den Zaum aus ästhetischen Gründen weggelassen. Ich dachte Quatsch: So hat man beide Hände frei und diese Überlegung war mein Auslöser.

Wie viel Zeit braucht esn ein Pferd im Freien ohne Zaum zu reiten?

Ohne Zaum zu reiten bedingt zunächst, dass man sich vertraut, sich versteht und die Grundlagen sitzen. Es muss dem Pferd auch klar sein, dass der Mensch der Chef ist. Ich würde sagen bei einem unverdorbenen Pferd dauert das ein Jahr. Diese Grundlagen erarbeitet man mit dem Zaum und den üblichen Mitteln.

Dann beginnt das Training ohne Zaum.

Wie trainiert man sein Pferd, so dass man es ohne Zaumzeug reiten kann?

Das ist ein bisschen mein Berufsgeheimnis. 🙂

Auf jeden Fall muss man begreifen, dass man mit einem Pferd kommuniziert, wenn man es reitet, egal ob man am Zügel zieht oder andere Zeichen gibt. Ein Pferd ist nicht ein Motorrad, bei dem ein Bremshebel eine vorbestimmte Wirkung hat. Ein Pferd ist ein Lebewesen und es muss verstehen, was man will wenn man am Zügel zieht. Da meinen doch die Reiter tatsächlich, man könne am Zügel bremsen. Das ist exakt dasselbe, wie wenn sich Baron von Münchhausen am eigenen Zopf aus dem Sumpf zieht. Man sitzt ja auf dem Pferd!

Ein Ziehen am Zügel ist ein erlerntes  Zeichen, welches das Pferd verstehen muss. Zudem tut es weh (wenn man fest zieht). Da lernt das Pferd auch, wie man dem Schmerz entkommt.

Kann dein Pferd auch andere typische Cirkus Tricks?

Ja. Ich habe kein Video weil das nicht außergewöhnlich ist: Liegen, Sitzen, Steigen, spanischer Tritt, ja / nein, etc.

Welche Vorteile und Nachteile hat dieser Reitstil?

Ich würde es nicht als Reitstil bezeichnen. Ohne Zaum im Freien zu reiten ist nicht zu empfehlen weil es eine sehr hohe Sicherheit braucht dazu. Dies ist nicht nur eine versicherungstechnische Frage. Das Pferd muss auch gehorchen, wenn es Angst hat.

Ich kann damit aber Pferdekennern eindrücklich zeigen, wie weit man kommt mit Kommunikation, einschliesslich der Sprache und Lauten! Und da liegt meine Vision.

Welche Tipps kannst du geben, was ist deine Vision? 

  • Das Pferd als Lebewesen zu verstehen und den Umgang mit ihm als Kommunikation, nicht als Mechanik.
  • Pferde belohnen mit Belohnungswürfeln! Es muss meines Erachtens mehr Positives sein für das Pferd als Negatives, wenn es mit dem Menschen arbeitet. Effekt: Das Pferd arbeitet freudig mit und der Mensch behält seine Freude. Dies hat Nichts damit zu tun, dass der Mensch nicht der Chef sein muss, er muss es sein. Richtig belohnen muss man lernen.
  • Mit den Pferden reden, die Stimme als effektiven Kommunikationsweg benutzen.

Mein Vorbild war Fredi Knie Senior (Schweizer Nationalzirkus). Er war seiner Zeit 50 Jahre voraus und wäre es heute noch, würde er noch leben. Er redete mit den Pferden, belohnte sie wie andere Tiere und suchte eine freiwillige Kooperation und erreichte damit nicht mehr erreichte Resultate mit 24 Pferden in einer Manege.

Die heutigen Reiter sind in diesem Punkte immer noch schwer hintennach. Es ist mir ein Rätsel, warum man Hunde belohnt, mit ihnen redet und sie zur Mitarbeit motiviert während man mit Pferde reitend nicht reden soll, sie nicht belohnen soll und ihnen oft Schmerzen zufügt um sie zum Gehorsam zu bringen.

Ans Motivieren denkt niemand. Was meine ich damit? Wenn man einen Sprung in Mitte der Reithalle aufstellen würde, so würde ein motiviertes Pferd freiwillig dorthin traben und von sich aus darüber springen. Kein Pferd tut so was heute. Wie könnte man das erreichen? Man müsste es für seine Leistung belohnen. Ich glaube, ich lerne das demnächst meinem Pferd, einfach als Demo.

Diese Einstellung der Pferdebesitzer zu ändern, ist meine Vision. Sie wird sich auch ohne mich ändern, aber langsam und ich kann es beschleunigen: Dies vor allem zur Freude der Pferde!!

Danke für das Interview!

Interview Reto Gfeller – Teil 1

Wie alt warst du als du mit dem Reiten angefangen hast?

Ich habe mit 12 Jahren angefangen zu reiten. Meine Eltern kannten sich nicht aus mit Pferden, aber mich hat es gepackt. Ich besitze seit dem Alter von 23 Jahren Pferde.

Hast du im Bereich Pferde bzw. Reiten einen Beruf erlernt oder ein Fachgebiet studiert oder machst du das alles hobbymäßig?

Nein, es war immer Hobby …. ein Intensivhobby J

Du warst in einem Pferdverband tätig, was hast du dort gemacht?

Es war ein Verband für Distanz- und Freizeitreiten. Ich habe den Verband mitgegründet. Es ging um die jahrhundertelange gültige Zielsetzung: Leistungsfähigkeit, kombiniert mit Sicherheit. Ein Wettkampf war die kombinierte Leistungsprüfung: In einem Parcours mit Hindernissen wie eine Gruppe Schweine (deren Geruch die Pferde ängstigt) oder vorbeigaloppierenden Pferden wurde geprüft, ob sich Pferd und Reiter in kitzligen Situationen bewähren und anschliessend ging auf einen Leistungsritt von 30km bis 160 km. Das Tempo war vorgeschrieben um Missständen vorzubeugen. Die Prüfung hatte grossen Erfolg und Zustrom.

Was war deine Motivation für die kombinierte Leistungsprüfung?

Auf das obige Ideal kam ich, weil sehr viele Leute die Freude am Pferd wegen Unsicherheiten und Unfällen verlieren. Ich wollte und habe mit dem Verband und der Prüfung eine Plattform geschaffen, um Pferde und Menschen zusammenzuführen. Wettbewerbe spornen ungeheuer zum Üben an.

Hier geht es zum Teil zwei des Interviews.

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